Die überwältigende Resonanz bei der Bürgerinformationsveranstaltung zum Heliosgelände am 15. September 2010 wertet die Bürgerinitiative (BI) Helios als vollen Erfolg. Die BI hatte mit eigenen Flyern und im Internet dazu aufgerufen, diese Gelegenheit wahrzunehmen und dem Investor die rote Karte zu zeigen. „Das ist uns gelungen. Die hohe Besucherzahl – etwa 700 Menschen – und die vielen kritischen Stimmen haben deutlich gemacht, welche Brisanz das Heliosgelände hat und dass sich hier die Pläne des Investors Bauwens für eine Shopping Mall nicht so einfach umsetzen lassen“, sagt BI-Sprecher Hanswerner Möllmann.
Die BI vertritt die Meinung, dass es für ein 20.000 Quadratmeter großes Einkaufszentrum in geschlossener Bebauung in Ehrenfeld keinen Bedarf gibt und dass eine solche Bebauung zu verschiedensten Problemen führen wird. „Diesem Konsumtempel sollen gewachsene Strukturen mit Geschäften, Ateliers, Werkstätten und nicht zuletzt das Underground weichen“, erklärt Hanswerner Möllmann. „Dagegen wehren wir uns.“ Die BI befürchtet außerdem massiv negative Entwicklungen für den Einzelhandel auf der Venloer Straße und Verkehrsprobleme im direkten Umfeld des Heliosgeländes.
Eine wichtige Forderung der BI ist außerdem die nach einer sofortigen Bürgerbeteiligung, bei der zuerst Nutzungsvorschläge und Ideen für die räumlichen Strukturen auf dem Gelände von Ehrenfelder Bürgern und Bürgerinnen und unabhängigen Fachleuten entwickelt werden. Diese sich daraus ergebenden Ergebnisse sollen dann in die Vorgaben für den Architekten-Wettbewerb einfließen.
Kontakt: Hanswerner Möllmann, pressekontakt@buergerinitiative-helios.de, 0221-552663
Infos und Termine unter: www.buergerinitiative-helios.de

Lieber Lars Ehlers,
in Ihrem letzten Beitrag fragen Sie mich süffisant:
“…Ich hoffe doch nicht, Herr Schirdewahn, dass ihre Ablehnung des Konzeptes privaten ökonomischen Interessen folgt? Es könnte ja eine neue Buchhandlung im Plan vorgesehen sein…”
Ausgehend davon, daß Sie überhaupt nicht wissen, was es heißt, wenn eine Filiale einer Buchhandelskette in einem Einkaufszentrum den ortsansässigen Buchhandel bedroht, weiß ich nicht, was Sie unter “privaten ökonomischen Interessen” verstehen, ich weiß aber genau, daß Sie mit dieser Frage – wie mit allen in Ihren Beiträgen enthaltenen Fragen, Unterstellungen, Behauptungen und Meinungen – nicht mit den Mitgliedern & Sympathisanten der Bürgerinitiative diskutieren, sondern provozieren, stänkern und die Arbeit & Ziele der Bürgerinitiative diskreditieren wollen.-
Ich erkläre Ihnen jetzt noch einmal – es ist übrigens das letzte Mal, daß ich auf Ihre Troll-Beiträge antworte (Sie wissen nicht, was das ist..? Google ist, auch in diesem Fall, Ihr Freund…) -, warum Sie hier nichts verloren haben:
1. Die Bürgerinitiative Helios wurde im Mai dieses Jahres von Leuten gegründet, die kein Einkaufszentrum auf dem Heliosgelände möchten.
2. Die Bürgerinitiative Helios setzt sich für eine Bürgerbeteiligung ein, um die Zukunft des Helios-Geländes nicht Immobilien-Spekulanten zu überlassen.-
In dieser Bürgerinitiative gibt es Einzelhändler, die um ihre Existenz fürchten (zu denen neben der Bunt Buchhandlung auch die drei anderen inhabergeführten Buchhandlungen im Stadtbezirk gehören: der “Andere Buchladen” auf der Wahlenstraße, die Buchhandlung “Feussner” auf der Landmannstraße, und die Buchhandlung “Klinger” auf der Rochusstraße – waren Sie jemals in einer dieser Buchhandlungen…? ich bezweifeifele es…), Stadtplaner & Architekten, für die eine geschlossene, nicht-integrierte Shopping-Mall das größtmögliche Übel bedeutet, daß diesem Gelände widerfahren kann, und nicht zuletzt Bürgerinnen und Bürger aus Ehrenfeld, die sowohl den italienischen Supermarkt erhalten wollen wie auch den Musik-Club “Underground”.-
Die Bürgerinitiative Helios ist natürlich nicht die Vertretung aller Ehrenfelder BürgerInnen, sondern eine Interessengemeinschaft, die im demokratischen Spektrum versucht, ihre Interessen durchzusetzen.
Über die beiden oben genannten Basics hinaus wird es in Kürze auf dieser Seite weitergehende Ziele der BI geben.-
Ich empfehle Ihnen, als Befürworter der geplanten Shopping – Mall eine eigene Interessengemeinschaft zu gründen – ein möglicher Name könnte sein: 0815Ehrenfeld – Standardisiertes Shopping für Alle;- oder vielleicht EhrenfeldMall – Filialisten killen Inhaber…
Bevor ich’s vergesse: tun Sie mir einen Gefallen, und nehmen Sie Mathias Haentjes mit, wenn Sie von hier verschwinden & nicht mehr Ihre – und vor allen Dingen unsere – Zeit verschwenden…? – danke -
Sehen wir uns in der von der BI Helios angestrebten Bürgerbeteiligung wieder? – ich glaube nicht…
Beste Grüße,
Burkhard Schirdewahn
- BUNT Buchhandlung -
Sehr geehrter Herr Ehlers,
nennen wir es nicht pauschalisierend , sodern herausfordernd. In solchen Diskussionen, gehören kritische Anmerkungen durchaus dazu. Bedauerlicherweise begründen diese Anmerkungen auf Unmut und Erfahrungen meinerseits, wenn es um politische bzw. wirtschaftliche Entscheidungen in der Vergangenheit ging.
Vielleicht sollte ich an dieser Stelle noch mal deutlich machen, dass es mir darum geht gemeinsame Ideen und Alternativen für das Helios Gelände zu finden. Das heisst, zusammen mit Stadt, Inverstor und Bürgern. Natürlich wird es darum gehen Schnittstellen und gemeinsame Berühungspunkte in der zukünftigen Projektplanung zu finden. Wünschenswert wäre dabei, wenn wir auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Jeder möchte seine Interessen berücksichtigt wissen. Mir ist klar, dass wir nur mit der Entwicklung realistischer Ziele den verschiedenen Interessen gerecht werden.
Im Rahmen einer eventuellen vertieften Bürgerbeteiligung wird sich zeigen, wie ausgewogen die Kräfteverhätnisse sind. Ich bin gespannt, ob die Stadt und der Inverstor auch im Sinne der Bürger handeln. Es ist der Appell in Flächen für kulturelle und bürgernahe Einrichtungen (Theater, Konzerte, Museen, Kunst etc.) zu investieren bzw. diese zu fördern (diese können sich durchaus für einen Investor rechnen). Das habe ich mit “Förderung alternativen Lebensformen und Nischen” gemeint. Das die Stadt dafür kein Geld hat, ist mir durchaus bewusst und das finde ich sehr bedauerlich, dennoch gibt es sicherlich Möglichkeiten das Gelände so wirtschaftlich, kulturell und lebenswert zu gestalten, ohne direkt eine Shoppingmall bauen zu müssen.
Im Rahmen meiner Möglichkeiten werde ich mich für das Helios Gelände engagieren und einsetzen. Da können Sie sich sicher sein!
Vielleicht hätte ich in meinem Beitrag deutlicher machen sollen, dass ich nach einem realistischen Gegenvorschlag gefragt habe? Die bisherige Nutzung des Geländes ist ja eher zufällig entstanden. Sie mag dem einem gefallen, dem anderen nicht so. Aber es gibt Null Garantie, dass diese Nutzung weiter so bleiben würde (Investor hin oder her).
Die Freiflächen in dieser Lage werden innerhalb der nächsten 10 Jahre verbaut werden (mit diesem Investor oder mit einem anderen). Jetzt können noch ganzheitliche Konzepte umgesetzt werden, bei denen Geschäfts- und Wohnbereiche kombiniert werden können. Und für Utopia ist in der Stadtplanung kein Platz. Das Gelände ist durch einen neuen Eigentümer schrittweise komplett erworben worden. Entweder der Investor baut eine Komplett-Lösung – oder er verkauft in Tranchen an Fressnapf, Schlecker und Co. Dann bekommen wir Leichtbauhallen und viele neue Parkplätze.
Das Argument von Herrn Schirdewahn bzgl. des Wohnraums kann ich hier nicht gelten lassen: In Ehrenfeld gibt es -egal welchen Preis man zahlt- zu wenig Wohnraum für Familien. Da ist jeder neue Wohnraum hilfreich – den Neubau von Wohnflächen abzulehnen, weil hier jemand mit Wohnberechtigungsschein nicht einziehen wird, kann ich nicht akzeptieren. Neuer Wohnraum ist in allen Preisklasse notwendig. Und bevor man dort seine Kinder spielen lassen will, sollte der Boden sicherlich saniert werden – ohne einen Investor ist das nun mal nicht möglich.
Eine sogenannte Mall ist doch auch nicht per se schlecht: Das Rhein-Center in Weiden ist qualitativ anders als die Arcaden in Kalk. Ich hoffe doch nicht, Herr Schirdewahn, dass ihre Ablehnung des Konzeptes privaten ökonomischen Interessen folgt? Es könnte ja eine neue Buchhandlung im Plan vorgesehen sein…
Seit 2003 habe ich hier auf der Venlorer Str mehrere gute Geschäfte gehen sehen: Ein Blumenladen gibt kürzlich nach 15 Jahren auf, der Porzellanladen neben Scholzen ist weg (jetzt ist dort ein Copy-Shop), ein Geschenkladen und ein Lederwarenladen sind auch weg. Auch für Saveur de Provence war kein Platz. Gekommen sind 1-EUR Läden, in denen Plastik aus China verkauft wird, und mind. 15 Telefonläden (zwischen Innerer und Gürtel). Ich sehe nicht, wie die Venloer Str. durch diese Veränderungen profitiert hat.
Eine Frage an Herrn Tschechowski habe ich dann auch noch: Was meinen Sie eigentlich, wo das Geld herkommt, mit dem Sie eine “Förderung alternativer Lebensformen und Nischen” bezahlen wollen?
Es steht Ihnen in unserer Demokratie auch frei, sich politisch zu engagieren und mit der Partei Ihrer Wahl, dann einmal an der Macht, die Gelder der Stadt dann für den Aufkauf des Helios-Geländes auszugeben. Pech nur, wenn es in ganz Köln plötzlich 100 solcher Areale gibt, das Geld aber nicht für alle reicht (PS: Unter der Linie 13 am Meuenheimer Gürtel könnte man die Freiflächen sicher auch mal nutzen – wenn denn nur Geld da wäre). Eine so pauschale Demokratie-Schelte (“es regiert das Geld”) finde ich nicht angebracht.
Zur Veranstaltung am 15.9.
Toll das so viele Leute da waren!!! Leider fehlte dort die viel zitierte bunte Bevölkerungsmischung von Ehrenfeld. Daher hatte der Aspekt “partymeile” auch zu viel Übergewicht. Es geht aber um mehr. Wenn in Ehrenfeld die vielen gewachsenen kleinen, oft alternativen Strukturen durch Schicki-Micky-shops und teure Wohnungen verdrängt werden, verliert Ehrenfeld sein Potential und seinen Charme.
Zum Gutachten
Vielleicht von der Bezirksregierung gut gemeint, aber wer glaubt schon an unabhängige Gutachten. Test: mache eine Umfrage auf der Venloer Ecke Gürtel am Montag um 11:00 oder am Freitag um 23:00 Uhr: zwei Umfragen, zwei verschiedene Ergebnisse. Und ein Gutachten, dass zwar die Wünsche des Investors nachbessert, aber nicht Neuentwicklungen wie die Mosche ist unglaubwürdig.
Zur Shopping Mall
Leerstand an der Venloer und trotzdem neue große Verkaufsflächen, wer soll da kaufen? Natürlich nicht nur Ehrenfelder, sondern Auswärtige, und die kommen mit dem Auto. Vor 20 Jahren hatten die Politiker genau das Gegenteil gesagt. Die U-Bahn wurde gebaut, damit man schnell zum shoppen in die Innenstadt kommt. Und die Venloer stirbt weiter. Man wird vielleicht den einen oder anderen kritischen Ladenbesitzer oder Locationinhaber still halten, indem man ihm eine Perspektive im neuen Einkaufstempel verspricht. Ergebnis: das Umfeld verödet noch mehr.
Zur Planungsoffenheit
Echte Bürgerbeteiligung geht nur von Anfang an, nicht zwei Jahre, nachdem ein Investor gekauft hat. Denn jetzt gibt es einen Sachzwang: das Projekt muss Kohle einbringen. Vorschläge, die sich für den Investor nicht lohnen aber für Ehrenfeld toll wären, haben wir viele: Bestandschutz für jetzige Nutzer, dazu eine offene Anlage mit Grünfläche, neue Wohnprojekte (auch für Leute ohne Kohle, Wohnen im Alter, Studentenheim) und eine Multifunktionshalle für Kultur, Wochenmarkt und Sport (statt eine Sporthalle in den Schulhof Platenstraße zu zwängen).
Zu schön, um wahr zu sein.
Jochen Pankoke
Guten Abend zusammen,
@Rolf May: Der in Ihrem ersten Beitrag geäußerten Beschreibung der Reaktion des Publikums auf die Vorstellung seitens des Investors muß widersprochen werden: der interessierte Bürger äußerte sich nicht ausschließlich mit ” meist unqualifizierten Zwischenrufen”. Es gab natürlich Zwischenrufe – auch unqualifizierte – , aber die bestimmten nicht den Abend: der wurde vielmehr von einer großen Anzahl sachlich vorgetragener und in der Sache kenntnisreicher Einwände & Nachfragen zu den dort vorgetragenen Plänen von Stadt und Investor bestimmt. Diese parteiübergreifende Demonstration bürgerbewegten Sachverstands brachte die Teilnehmer des Podiums ein übers andere Mal an den Rand ihrer Argumentationsfähigkeit, egal ob es um die ökonomischen, sozialen oder kulturellen Folgen ging, die das geplante Projekt auslösen wird. Waren wir vielleicht bei unterschiedlichen Veranstaltungen…? -
@Mathias Haentjes: Sie schreiben: “Nur wenn die Bürgerinitiative aus der “Wir sind gegen Alles”-Ecke heraus kommt, wird sie zu einem seriösen Diskussionspartner auch für Leute wie mich, die sich noch keine endgültige Meinung gebildet haben.”
Lieber Mathias Haentjes, die Bürgerinitiative ist nicht “gegen alles”: die Beiträge der BI-Mitglieder auf der Informationsveranstaltung haben deutlich gemacht, daß die BI zwar gegen eine o815-Mall des Mit-Investors MFI ist (und das aus mehr als einem guten Grund: schon mal in so einem Ding gewesen…? – in Köln-Kalk zu besichtigen…), aber durchaus zahlreiche Ideen hat, wie aus diesem Gelände ein Stadtquartier werden kann, das allen dort lebenden Menschen nützt, und nicht nur einem privaten Investor.
Sie sind noch unentschieden? Ich lade Sie hiermit herzlich ein, die nächste Versammlung der BI – Ort & Zeit finden Sie auf dieser Website – zu besuchen und Ihr Bild von uns als “Verweigerer” zu korrigieren. Diskutieren Sie mit uns & überlassen Sie die Zukunft des Helios-Geländes nicht den Rendite-Wünschen von Immobilien-Händlern!
@Lars Ehlers: Ihren Wunsch, mit den Plänen dieses Investors entstünde auf dem Helios-Gelände Wohnraum für “Familien mit Kindern” (ich gehe davon aus, daß Sie ” bezahlbaren Wohnraum für Familien mit Kindern” meinen), können Sie – leider – vergessen: dort wird kein gemeinnütziger Wohnungsbau entstehen, sondern freifinanzierter: es werden schicke Eigentumswohnungen & -Lofts gebaut werden, und der qm-Preis wird bei 3.000 – 3.500 € liegen. Weder Familien mit Kindern noch irgendwelche anderen Bevölkerungsgruppen mit geringem Einkommen werden nach den derzeitigen Plänen des Investors jemals auf diesem Gelände wohnen.-
Ich weiß nicht, von welchen 1-€-Läden Sie reden, wenn Sie beklagen, daß es auf der Venloer Straße zu viele davon gebe. Sie beschreiben in Ihrem Beitrag auch nicht, was Sie an diesen Läden stört. Sie wünschen sich einfach eine “neue” Venloer Straße, in der die bestehenden Läden & Geschäfte einfach verschwinden und plötzlich – wie aus dem Nichts – die von Ihnen erwünschten Filialisten – Ansons, Zara und Sinn Leffers (schon mitbekommen, daß diese Kette der von Ihnen favorisierten Filialisten in Köln die Segel streichen mußte…? Warum wohl…?)hier in Ehrenfeld auftauchen werden.
Mein benachbarter “1-€-Händler” ist ein freundlicher und höflicher Dienstleister, der sowohl meine Uhr in kürzester Zeit repariert und auch mein scheinbar kaputtes Kofferradio wieder zum klingen bringt. Außerdem kriege ich hier (fast) alles, wofür ich sonst weite Wege in Kauf nehmen muß und (fast) immer mehr bezahlen muß. Dieser Kollege kommt aus Kabul und ist vor etlichen Jahren aufgrund des Bürgergriegs in Afghanistan hierher gekommen, und sein Laden ist nie leer. Er spricht perfekt Deutsch und versorgt die ortsansässige Bevölkerung mit dem, was sie braucht . Lieber Lars Ehlers, in welchem Viertel leben Sie? ….
Grüße,
Burkhard Schirdewahn
-BUNT Buchhandlung-
Zwar braucht Ehrenfeld kein Einkaufszentrum, doch wenn es schon gebaut werden soll, dann muss es den Bedürfnissen Ehrenfelds entsprechen. Es darf die Venloer Straße nicht noch weiter schwächen, es muss ein belebter urbaner Raum sein, wo nicht nach Geschäftsschluss die Lichter ausgehen.
Es geht nicht um die Kaufkraft der Ehrenfelder und wo sie ihr Geld lassen, sondern um die Fragen: Wieso leben die Leute in Ehrenfeld? Und was hält sie hier? Und da ist das Kulturangebot ein wesentlicher Faktor, dem der Komplex Rechnung zu tragen hat.
In der ganzen Sache geht es kategorisch um demokratische Entscheidungen. Politik, Investor und Unternehmer haben sich an den Bedürfnissen der Bevölkerung zu orientieren und diese zu beherzigen! Was für die eine Seite der Wähler, ist für die andere der Konsument. Denn wenn man etwas kauft, findet wie an der Wahlurne eine Abstimmung statt. Man entscheidet sich FÜR Anbieter A und GEGEN Anbieter B. Und falls das Einkaufszenttrum in diesem Beispiel nicht über die Rolle von Anbieter B hinauskommt, haben wir über kurz oder lang eine Bauruine, mit der niemandem geholfen ist!
Nein, wir, die Bevölkerung müssen Politik, Investor und Unternehmern bei der Entscheidungsfindung, was und wie auf dem Heliosgelände entstehen soll, helfen. Und das können wir nur, wenn wir unsere Wünsche äußern. Noch haben wir die Chance, Einfluss zu nehmen. Wir haben sogar die große Chance, etwas mitzugestalten.
An die Politik:
Es sind genau solche Projekte, wie das Heliosgelände, die uns vor Augen halten in was für einer Demokratie wir eigentlich leben. Diese Projekte zeigen, bei wem die Macht liegt. Mit Sicherheit nicht beim Volk. Letztendlich regiert das Geld und der Investor hat die Absicht mit diesem Projekt viel Geld zu verdienen. Genauso wie die Stadt. Dabei ist kein Platz für kulturelle Einrichtungen und Förderung alternativer Lebensformen und Nischen. Leider nicht wirtschaftlich genug!
Aber vielleicht besteht hierbei eine Chance der Politik zu beweisen, dass ein grundehrliches Interesse besteht, die Wünsche und Bedürfnisse der Bürger zu berücksichtigen und einen gemeinsamen Weg bzw. eine Lösung zu finden, die allen gerecht wird. Es sind die Menschen und ihre Lebensphilosophien, die Ehrenfeld prägen und nicht eine Shoppingmall.
Nur habe ich leider das ungute Gefühl, dass die Politik großes Interesse daran hat das Projekt des Investors zu unterstützen. Als Stadt kann man sich doch freuen, wenn jemand auf der Bildfläche erscheint, der Geld mitbringt und investieren will. In meinen Augen erweckte die Verantstaltung den Eindruck über die Absicht einer Projektumsetzung zu informieren. Die Voraussetzungen das Projekt zu realisieren wurden doch bereits von den Herren, die vorne als ein “Team” zusammen saßen, erörtert.
Wünschenswert wäre eine gemeinsame Suche nach Alternativen für das Heliosgelände gewesen. D.h. ein gemeinsamer Austausch zwischen Politik und den Bürgern Ehrenfelds. Ich bin mir sicher, dass gemeinsam tolle Ideen entstehen, die bei beiden Seiten auf Zustimmung stossen. Die Verantwortlichen haben die Kurve ja gerade noch gekriegt, indem sie eine Bürgerbeteiligung versprachen. Man kann gespannt sein!
Als Bürger dieses Landes hat man leider, wie so oft, den Eindruck, dass man nicht in politische Entscheidungen mit einbezogen wird. Dabei sind Politiker Vertreter des Volkes, die im Sinne der Bürger handeln sollen. Sie werden doch schliesslich von uns gewählt. Bitte zeigen Sie uns, dass sie den Wert einer Demokratie schätzen! Ich wünsche mir eine ehrliche und faire Beteiligung!
Was passiert, wenn dies nicht der Fall, sieht man jetzt an dem Fall Stuttgart 21…
@ Benno:
Ich meinte damit die brach liegenden Flächen, und keineswegs die zurzeit bestehenden Nuztzungen. Diese sollten auf jeden Fall erhalten bleiben.
Ansonsten:
Ist es nicht etwas intolerant, klassische Musik zu verpöhnen?
Was spricht dagegen? Ist nicht das, was ich in ragl stehen habe, aber auch das ist Musikkultur. Verständnis und Toleranz kann nur auf gegenseitigkeit beruhen.
Geisterstadt
Sollte man nicht erst einmal in den anderen Shopingcentern die Geschäfte durch günstigere Mieten wieder vermietet bekommen?!
Zu geklebte Glasscheiben, Guckschlitze > so könnte ihr Laden aussehenjetzt und hier mietenmiet mich!<
Leerstand…. Geisterstadt… sind nicht gerade ein Vorhängeschild für egal für welches Veedel!
Die unzähligen kleinen Geschäfte die aufgeben mussten, wegen der großen Konzerne um die Ecke, oder drei Haltestellen weiter.
(diese Konzerne, die vielleicht morgen schon von jemanden anderen übernommen werden müssen (USA, China?), weil sie zu groß und zu teuer sind!?)
Schade um den Wohnraum in der Stadt!
Stimmt!
Es sollten wieder kleine individuelle Läden (keine 1€ Läden!) die Chance haben!
Vielleicht sogar mit Unterstützung der Stadt Köln! !
Alle reden von Nachhaltigkeit!
Warum soll dann abgerissen werden??
Vielleicht haben wir, die "kleinen" Leute mehr Chancen!
Wenn die Struckturen weitestgehend erhalten bleiben und bezahlbar sind.
Dann könnte der Tante Ema Laden, von jungen Menschen geführt werden! ?
Die ihre Kinder in der Kindergrippe nebenan gut untergebracht wissen!
Oder, wo die Oma und der Opa im eigenem Laden den Nachbarschaftskindern zeigen was sie so drauf haben.
Man könnte beim Bio Fleischer einkaufen und Abends ins Off Kino, oder ins kleine multikulti Theater gehen. Kunst und Musik Kultur genießen.
Wir brauchen Vielfalt, nicht Eintönigkeit!
In Ehrenfeld ist eine alternative Popkultur gewachsen, die überregional und international bekannt ist. Das war auch der Hauptgrund, weshalb ich nach Ehrenfeld gezogen bin.
Beim Abriss des “Underground” wird es nicht bleiben – andere werden in den nächsten Jahren sehr wahrscheinlich folgen. Mehr will ich an dieser Stelle dazu (noch) nicht sagen.
Wenn das Projekt umgesetzt werden sollte, wird die über Jahrzehnte gewachsene Kultur in Ehrenfeld sterben – mit einem “Streichorchester” als Hintergrundmusik. Aber Hauptsache, man kann die Unterbutzen für seinen faulen Arsch bei H&M um die Ecke kaufen.
Mich beschleicht der Eindruck, dass sowohl die Investoren als auch die Befürworter des Projekts langfristig solch (sub-)kulturell interessiertes “Pack” wie mich und viele der Bewohner hier ein für alle Mal loswerden wollen. Und das zugunsten eines möglichst “sauberen” und toten Stadtteils, in dem wieder einmal die Monokultur herrschen wird, wie in vielen austauschbaren Vierteln quer durch die Republik. Das, was dann sein wird, hat die Bezeichung “Veedel” nicht mehr verdient…
Man sollte das realistisch sehen:
Eine Möglichkeit wäre gewesen, an die hier gewachsene Kultur anzuknüpfen, den Bestand bei gleicher Nutzung zu renovieren und weiter auszubauen. Das bringt aber den Investoren nicht genug Knete. Also Einzelhandel: nicht rentabel, weil mittel- und langfristig zu unsicher. Also: Große Ketten mit möglichst großer Verkaufsfläche – Saturn, H&M, Deichmann, McDonald’s… Darauf wird es hinauslaufen, wie überall. Wenn investiert wird, dann richtig, ist doch klar. Wer glaubt ernsthaft, dass sich Investoren von irgendjemand bestimmen lassen werden, was auf ihrem Eigentum passiert?
Ausschließlich (!) deshalb bin ich grundsätzlich gegen dieses Projekt. Mit politischer oder ideologischer Gesinnung hat das erstmal nichts zu tun – eher mit gesundem Menschenverstand und der Erfahrung, dass sich mit solchen Leuten nicht verhandeln lässt. Es geht also meiner Meinung nach ganz grundsätzlich darum, ob man für die Erhaltung des Bestandes ist, oder für die Umsetzung des Bauvorhabens nach den Vorstellungen des Investors.
Die einzige Lösung für die Gegner wird sein, dass es den Investoren hier aufgrund des massiven Protests der Bevölkerung zu “unbequem” wird und sie das Projekt fallen lassen.
Alles andere hat meiner Meinung und Erfahrung nach keinen Zweck.
Lieber Lars Ehlers,
wenn 3 Stationen Bahn schon zu weit sind zum H&M weiß ich ja auch nicht.
Brauch man jetzt seit neustem in jeden Viertel die gleichen Läden?
Und die Sache mit dem Underground.
Na ja wenn du schon für eine Familie mit Kindern eine Wohnung such’s ist ja ok.
Aber andere wollen auch noch über 25 raus gehen und Spaß haben. Und wenn alles was der Investor will umgesetzt wird, ist es nicht der erste und letzte Laden der schließen wird.
Ich will da nicht zusehen und nichts tun.
Susanne Jager
Wenn ich den Herrn Bauwens Adenauer richtig verstanden habe, geht es um die 75-jährige Oma, die sich bei H&M einkleidet, der die Fahrt in der KVB auf der anderen Seite aber nicht zuzumuten ist. Sind sicher ne Menge…
Wieso nützt das Gelände niemandem?
Auf dem Gelände kann man prima Möbel, Fahrräder und italienische Feinkost ein- und offenbar auch verkaufen. Es ist nahezu ausgeschlossen, dass diese Händler nach dem Bau einer Mall noch im Stadtteil zu halten sind – gerade der Italiener schafft doch Lebensqualität, auch wenn oder gerade weil dieser Laden alles andere als chic ist. Auch das Fitnesscenter wird offenbar von den Ehrenfeldern gerne angenommen.
Handwerksbetriebe, Ateliers und diese Händler zahlen Miete, die sicher die Kosten für den Unterhalt des etwas maroden Geländes mehr als decken – der Nutzen eines Umbaus zur Mall besteht lediglich in der Gewinnmaximierung für Besitzer und Betreiber.
Kontaminiert ist das Gelände schon seit Jahrzehnten, das hat seine bisherige Verwendung nie behindert.
Von mir aus baut auf die verbliebenen Brachen noch nen McDonalds (als ob der in der Mall fehlen würde) oder eine Tankstelle und lasst den gewachsenen Mix aus Kultur, Handwerk, Handel und Gewerbe weiter florieren, denn der ist allemal attraktiver und vor allem origineller als die drölfte Mall von Kölle.
Liebe BI,
wie sieht denn Euer Gegenvorschlag aus? Vielleicht ein Schlecker, dazu noch ein Fressnapf Laden und das ganze dann nett arrangiert mit einem McDrive (der Burger King ist ja schon da). Genug der Ironie – obwohl: Das ist die realistische Alternative: Der derzeitige Besitzer des Grundes verkauft und wir bekommen auf die nächsten 20 Jahre die o.a. Nutzungen. Das ist dann kein Aushängeschild für Ehrenfeld.
Auf dem gesamten Gelände existieren derzeit keine Wohnungen. In dem Konzept ist jedoch Geschäften und Wohnungen vorgesehen. Da wird auch dringend benötigter Wohnraum in Ehrenfeld geschaffen (Schon mal versucht, für eine Familie mit Kindern in Ehrenfeld eine Wohnung zu bekommen?).
Zur Ladennutzung: Es soll doch auch endlich wieder ein Textil-Unternehmen nach Ehrenfeld kommen. Wo können wir denn in Ehrenfeld noch Klamotten kaufen? Dann doch gleich in die City zu Anson’s, Sinn Leffers oder gleich Zara? Haben wir so was in Ehrenfeld? Nein!
Und ein möglicher repräsentativer Einkaufsladen (‘Flagship Store’) wäre doch auch etwas für Ehrenfeld. Die Venloer Str. droht doch zu einer 1-EUR-Laden-Meile garniert mit dem einen oder anderen Telefon-Shop zu werden.
Hand auf’s Herz: Wie viele Ehrenfelder geben Ihre Einkäufe komplett hier im Veedel aus? Und wie viele Leute aus Lindenthal oder Nippes kommen hier hin? Ehrenfeld kann hier richtig gewinnen, wenn es die neue Nutzung des Geländes gibt: Eine “neue” Venloer Str. mit zwei wegweisenden Bauwerken an den Flanken (der neuen Mosche und dem neuen Helios-Komplex).
Abgerissen werden nicht die schönen Gebäude – das Helios-Haus ist fester Bestandteil der neuen Nutzung. In seiner derzeitigen Nutzung übrigens; als Ärztehaus. Vielmehr werden die Schandflecken entfernt.
Aber am Ende wird hier sicher online eine Fundamental-Debatte geführt: Wer gegen Konsum im Allgemeinen und den bösen Kapitalismus im Speziellen ist, der muss aus Prinzip gegen jegliche realistische Verbesserung der Nutzung sein. Klar, ein schöner Park mit ein paar wenigen Cafes wäre toll – aber wer soll so etwas in der Lage bezahlen?
Dem Underground wird man eine halbe Träne nachweinen können, aber auch ein Lachendes Auge haben: Wer gibt seine 16-jährige Tochter denn dort ab? Selber hin, wenn man 25 ist, mag ja noch cool gewesen sein…
Ich bin auf die Diskussion hier gespannt!
Vielen Dank für den differenzierten Beitrag von Rolf May.
Nur wenn die Bürgerinitiative aus der “Wir sind gegen Alles”-Ecke heraus kommt, wird sie zu einem seriösen Diskussionspartner auch für Leute wie mich, die sich noch keine endgültige Meinung gebildet haben.
Interessant in diesem Zusammenhang wäre doch, wieviel Verkaufsfläche bzw Bruttogeschossfläche sich z.b. zur Zeit nur in der Rheinlandhalle befindet(hier befand sich übrigens Ende der 50er Jahre der erste deutsche Groß-Supermarkt mit 2000 qm !): BOC, RS-Möbel etc. sind ja jetzt schon große Läden. Die Halle soll ja Kern des sanierten Komplexes werden.
Zunächst ist es positiv zu bewerten, dass sich Investor und Stadt den Bürgern gestellt haben und den groben Umfang des Projekts dargestellt haben.
Die Präsenationen an sich verliefen entsprechend meinen Erwartungen:
Es wurde inhaltlich das gezeigt,was aus Sicht des Investors Sinn macht und nach aussen den Stand des Projektes dokumentieren sollte. Und der interessierte Bürger sprang sofort auf Bilder und Schlagworte an, äusserte dies in meist unqualifizierten Zwischenrufen. Verhärtete Fronten.
Wie kann es also weitergehen?
Das Gelände nützt in seinem aktuellen Zustand nichts; weder den Bürgern, noch dem Grundstückseigentümer bzw. dem Investor. Die Flächen sind zum Teil erheblich kontaminiert und müssen, egal was dort passiert, saniert werden. Ich denke niemand möchte z.B. eine Spielfläche auf diesem Untergrund…
Die angedachten Nutzungen im dargestellten Volumen sind masslos und gehen völlig an Bestand und tatsächlichem Bedarf vorbei. Sie stellen lediglich das Ziel des Investors dar und sind schlichtweg inakzeptabel. 20.600qm (3 Fussballplätze) Verkaufsfläche heisst, dass hier noch keine weiteren Flächen wie z.B. Verkehrsflächen (Flure etc), Lagerflächen usw. berücksichtigt sind. Somit kann man je nach Architektur davon ausgehen, dass alleine für Gewerbe eher 40.000qm Gebäudefläche gebaut werden sollen.
Ich muss gestehen, dass mich die geplante BGF (Bruttogeschossfläche) als wichtigste Kennzahl überhaupt brennend interessiert. Mich wundert auch, dass über diese Zahl bisher nicht gesprochen wurde. Auch die von der SPD am 3.5.2010 in der BV Sitzung genannten 17000qm Verkaufsfläche scheinen mir deutlich zu hoch.
Sollte in diesen Dimensionen weitergedacht werden führt dies unweigerlich zum Verkehskollaps. Die Venloer Strasse als Haupterschliessung von Ehrenfeld ist ausgereizt. Echte Alternativen sehe ich nicht. Die Anmerkung, dass die Stadt hier auf die gute ÖPNV Anbindung setzt, halte ich für etwas blauäugig. Waren werden sicherlich nicht per KVB angeliefert…
Der Umfang des Bebauungsplanes ist meines Erachtens auch nicht vollständig.
Die Betrachtung dieses Karrees muss beispielsweise die Entwicklungen an den Bahnbögen oder den Bereich hinter dem Polizeipräsidium zum Bahndamm hin miteinbeziehen. Dort liegen ebenfalls Potentiale, die eine Verteilung der angedachten Handelslächen zulassen.
Als Architekt habe ich selbst schon an ein paar solcher Verfahren mitgearbeitet und mir ist die Schwierigkeit in der Gratwanderung zwischen sozialer Verträglichkeit und wirtschaftlichen Interessen sehr bewusst.
Leider haben wir hier in Köln immer wieder erleben dürfen, dass die Politik, die von uns gewählten Vertreter, vor Investoren eingeknickt sind. Und offen gestanden befürchte ich, dass dies auch hier der Fall sein kann.
Investor und Stadt müssen begreifen, dass der bisherige Kurs nicht richtig ist. Diese Kurskorrektur kann m.E. nur durch ein Gegenkonzept erfolgen, dass zum Einen die wirklichen Bedarfe und Bedürfnisse deckt und zum Anderen eine für Stadt und Investor wirtschaftlich (so unangenehm dies aus klingen mag) ist.
Dennoch haben sowohl Stadt als auch Investor eine soziale Verantwortung zu tragen.
Sie schaffen öffentlichen Raum für Bürger. Ich hoffe, dass sich alle dieser Verantwortung bewusst sind und im Sinne der Bürger handeln und diese in dei weiteren Prozesse miteinbeziehen.